
Der unerfüllte Wunsch von der Kontrolle.
Dinge zu kontrollieren ist ein sehr tief liegender Wunsch von Menschen. Was daher rührt, dass man sich nicht den ständig veränderten Bedingungen, Umständen und Entwicklungen aussetzen will. Jeder noch so gute Plan ist Geschichte, wenn sich auch nur ein Parameter verändert. Geschweige denn, wenn ihm ein besserer Plan begegnet. Der unbedingte Wille, die Kontrolle über so viel wie nur möglich zu erlangen, ist zum Scheitern verurteilt, vor allem, wenn Kinder dazukommen.
Es gelingt ja kaum, Kontrolle über sich selbst zu erlangen – was passiert dann erst, wenn die Willkür, das Unvorhergesehene, das Andere durch Kinder hinzukommt? Kontrolle ist bis zu einem bestimmten Aspekt nicht wichtig. Das verhält sich wie mit Kreativität. Diese wird erst besonders interessant, wenn sie sich außerhalb dessen bewegt, was man kontrollieren kann.
Die schönsten und interessantesten Geschichten entstehen in der Regel genau da, wo die Kontrolle aufhört. Warum also der ständige Drang nach Kontrolle? Im Umgang mit Kindern ist die Kontrolle aus Sicht von Eltern eher unterhaltsam. Denn rückblickend stellt man fest, dass Kinder einem viele Formen von Kontrolle unmöglich machen. Aber nicht, um Eltern die Kontrolle zu entziehen, sondern weil das Unerwartete, das Unbekannte ein normaler Bestandteil von Kindern ist.
Man ist ständig Situationen ausgesetzt, die man anders erwartet hätte, die man so nicht hat kommen sehen. Und genau mit diesen vielen unerwarteten Umständen können Nannys sehr gut umgehen. Die bringt nichts aus der Ruhe. Weil genau das ihre größte Stärke ist: dem Unerwarteten mit einer Form von Gelassenheit zu begegnen.
Um jedem dieser unerwarteten Umstände mit der richtigen Reaktion, Entscheidung zu begegnen. Angst, Befürchtungen, Hektik und Ärger sind nie gute Entscheidungshilfen, sondern Achtsamkeit in all ihren Ausprägungen.
Denn oft geht es nicht um die Sache, sondern um die handelnden Personen, die selbst eine andere Erwartung hatten, die sich nicht erfüllt hat. Konzentriert man sich aber abseits von Erwartungen und Bewertungen immer auf die Sache, dann passiert genau das, was die Überschrift sagt: Der Weg entsteht beim Gehen. Weiter denken, weiter machen, weiter gehen sind die besten Voraussetzungen, dass man immer dahin gelangt, wo man ursprünglich hin wollte.
Klingt komisch, ist aber so. Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass Kontrolle eine Form von Illusion ist. Darum sollte eine ungesunde Form von Kontrolle auch nie das Ziel sein. Immer allem offen zu begegnen, jede Situation zu jedem Zeitpunkt neu zu betrachten, immer den nächsten besseren, sinnvolleren, sicheren Schritt zu gehen – das bringt alle gleichermaßen immer weiter und weiter und besser an wünschenswerte Ziele.
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