
Die kulturelle Vorbestimmung.
Wer kann es Eltern verdenken, dass sie für ihre Kinder nur das Beste wollen? Wer Eltern z. B. derzeit am Sportplatz erlebt, der ahnt, wohin die Reise gehen könnte. Die Wut einer aufgebrachten Mutter, wenn ihr Kind vermeintlich benachteiligt wurde, ist wirklich bedrohlich. Für seine Sprösslinge immer nur das Allerbeste zu wollen, bedeutet in der Gemeinschaft aber gleichermaßen, andere zu benachteiligen…
Wenn das eigene Kind Erster werden soll, bleiben für alle anderen nur die weiteren Plätze. In einer Gesellschaft, in der der 2. Platz schon der erste Verlierer ist, bedeutet das: Bei jedem Kräftemessen gibt es immer mehr Verlierer als Gewinner.
Der übertriebene Ehrgeiz von Eltern entzieht dem Kind das spielerische, gemeinschaftliche und kindliche Momentum. Sein Kind vor allem Erdenklichen schützen zu wollen, was auch nur die Spur oder den Hauch von Negativität, Enttäuschung und Schmerz in sich bergen könnte – diese Haltung verändert zuerst das natürliche Wesen eines Kindes, dann das einer Gemeinschaft und letztendlich das einer Gesellschaft.
Es sind aber nicht die Kinder, die nichts aushalten können, sondern die Eltern. Es sind nicht die Kinder, die nicht verlieren können, es sind die Eltern. Kinder von klein auf zu Gewinnern machen zu wollen – am besten ohne jeden Widerstand, geht das überhaupt? Ist das denkbar und wünschenswert? Wenn alle Gewinner werden, wer verliert dann noch?
Das Mitleiden, Mitfiebern ist das Natürlichste der Welt. Ebenso wie das Mitfreuen und Mitfeiern. Aber wenn Kinder nicht naturgemäß ihre Erfahrungen machen können, weil man sie vor allem beschützt hat, wie gehen sie dann im Leben mit Niederlagen jeglicher Art um? Wenn das Verlieren nicht verkraftet wird, weil nur Gewinnen die Option ist, was macht das mit Kindern, die später erwachsen werden?
Diese Entwicklung ist interessant zu beobachten. Auf der einen Seite gibt es die gesellschaftliche Tendenz, Kindern jegliche Enttäuschung zu ersparen. Keine Noten. Keine Fehler. Keine Ergebnisse. Keine Bewertungen mehr.
Auf der anderen Seite schicken verzweifelte Eltern ihre Kinder in Bootcamps. Das Pendel schlägt sehr extrem aus. Zwischen Schutz und Konfrontation. In diesem gesellschaftlichen Spannungsumfeld bewegen sich unsere Nannies. Denn je nach Familie werden diese Aspekte sehr unterschiedlich ausgelegt, bewertet und gelebt.
Und wir werden an dieser Stelle auch keine eigene Meinung oder Position vertreten. Nicht, dass wir keine haben. Sondern weil wir mit diesem Beitrag nur aufzeigen wollen, was für ein Glück und Zufall es ist, wo ein Kind hineingeboren wurde. Und welchen oftmals vorbestimmten Weg es aufgrund seiner Herkunft geht. Das ist ein Privileg. Privilegien sind Verantwortung des Einzelnen gegenüber anderen.
Über all das hinweg haben wir aber eines erkannt: Die möglichst hohe Qualität von liebevollen, intensiven und vertrauensvollen sozialen Bindungen scheint der Schlüssel zum Lebensglück zu sein. Studien zeigen eindeutig, dass nicht Reichtum, Macht und Ruhm verantwortlich für großes, nachhaltiges und anhaltendes Lebensglück sind, sondern die Beziehungen, die einen durchs Leben begleiten. Die Familie, die Freundschaften, die Bekanntschaften, die man hat, sind der wesentliche Faktor, um am Ende eines Lebens von einem wahrhaft empfundenen großen Lebensglück zu sprechen.
Die Nanny begünstigt und fördert genau das. Sie weiß, wie wichtig Bindungen und Beziehungen für das ganze Leben sind. Darum wird sie immer alles unterstützen, was diese Beziehungen beflügelt, begünstigt und bestärkt. Die Nanny ist eine Beziehungsmanagerin. Sie tut alles dafür, dass Kinder die besten Beziehungen haben.
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