Patchworkfamilien und andere neue familiäre Verbindungen bieten Kindern intakte gemeinschaftliche Lebensformen für ein liebevolles Familienleben

Die geschicht­li­che Defi­ni­tion der Fami­lie ist stark geprägt von Reli­gion und gesell­schaft­li­chen Normen. Die Fami­lie als wesent­li­cher Bestand­teil und Kern einer Gesell­schaft hatte diese Normen stets zu erfül­len. Rollen­bil­der waren vorge­ge­ben, ebenso Verant­wort­lich­kei­ten und Zustän­dig­kei­ten. Die Fami­lie war in ihrer Defi­ni­tion nahezu in Stein gemei­ßelt. Im Laufe der Zeit sind viele neue und andere Fami­li­en­for­men hinzugekommen.

Das Gute daran: Die Fami­lie im Wandel ist nach wie vor der wesent­li­che Bestand­teil jeder freien Gesell­schaft. Die Ehe hat viel­fäl­tige gesell­schaft­li­che Formen ange­nom­men. Weni­ger posi­tiv ist jedoch, wie lange diese neuen Fami­li­en­for­men um Akzep­tanz ringen muss­ten – und teil­weise noch immer müssen.

Ginge es ausschließ­lich um das Wohl des Kindes, würde diese Diskus­sion vermut­lich anders geführt. Statt­des­sen geht es häufig um das tradi­tio­nelle, sozia­li­sierte und erlernte Bild von Fami­lie, das lange Zeit nicht von den Vorga­ben der Vergan­gen­heit abwei­chen sollte. Dieses tradi­tio­nelle Bild galt – und gilt – es zu überwinden.
Für Kinder ist es nicht entschei­dend, gesell­schaft­li­che oder reli­giöse Normen zu erfül­len, sondern um ihrer selbst willen geliebt zu werden. Die Patch­work­fa­mi­lie zum Beispiel setzt sich aus mehre­ren Fami­lien zusam­men und bildet eine neue Einheit. Oft brin­gen beide Part­ner Kinder aus frühe­ren Bezie­hun­gen mit, und sogar die vorhe­ri­gen Part­ner können diese neue Fami­li­en­form berei­chern. Was in den 1970er- und 1980er-Jahren noch abwer­tend beur­teilt wurde, gehört heute zum norma­len Fami­li­en­bild einer freien Gesellschaft.

Betrach­tet man die Statis­tik, nach der sich durch­schnitt­lich jede zweite Bezie­hung in Städ­ten und jede dritte bundes­weit trennt, wäre es um liebende Eltern schlecht bestellt, gäbe es nicht die Möglich­keit neuer Verbin­dun­gen in Form von Patchworkfamilien.

Ganz zu schwei­gen von der Selbst­ver­ständ­lich­keit, dass gleich­ge­schlecht­li­che Paare in unse­rer freien Gesell­schaft eben­falls Eltern sein können. Die Konfron­ta­tion mit alten Welt­bil­dern war dabei vorher­seh­bar – ebenso die daraus resul­tie­ren­den Ableh­nun­gen. Doch niemand ist in der Lage, den Wandel der Zeit aufzu­hal­ten. Er geschieht unab­hän­gig von Zustim­mung. Was einst undenk­bar war, wird zur Norma­li­tät – und auch diese wird irgend­wann wieder von der Zeit eingeholt.
Wir bewer­ten diese Entwick­lun­gen nicht.

Unsere Aufgabe ist es, Kindern eine möglichst liebe­volle und profes­sio­nelle Betreu­ung zu ermög­li­chen. Die jewei­lige Fami­li­en­kon­stel­la­tion ist dabei nicht entschei­dend, sondern allein das ernst­hafte Bemü­hen, ein harmo­ni­sches Mitein­an­der zu schaf­fen. Denn letzt­lich geht es um Kinder und ihre Entwick­lung. Es geht darum, ihnen in einer sich wandeln­den Gesell­schaft ein möglichst fami­liä­res Umfeld mit best­mög­li­cher Unter­stüt­zung zu bieten.

Und wie man so tref­fend sagt: Liebe stellt keine Bedingungen.

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