Kinderbetreuung Entwicklung periphere Bildung Lesen Schreiben Neugierde was Eltern und die Nanny beachten sollten

Aus den Augen, aus dem Sinn.

In jeder Gene­ra­tion werden neue Dinge sicht­bar und alte verschwin­den. Feuer machen. Tiere verar­bei­ten. Wasser holen. Klei­dung machen. Unter­hält man sich heute mit Lehr­kräf­ten und Dozen­ten, dann beob­ach­ten diese, dass viele Schü­ler und Studen­ten heute bei den Themen Schrei­ben, Lesen und Neugierde ein völlig ande­res Niveau verkör­pern als die Gene­ra­tio­nen zuvor. Der Vorwurf, der dann schnell im Raum steht, lautet: Ist diese Gene­ra­tion weni­ger intel­li­gent als die zuvor? Nein! Sondern das sind die Folgen von Entwicklungen.

Noch ein bis zwei Gene­ra­tio­nen zuvor waren das Lesen, das Schrei­ben und die Neugierde über­all sicht­bar. Je nach gesell­schaft­li­chem und kultu­rel­lem Kontext stan­den ganze Schrank­wände voller Bücher im Wohn­zim­mer. Morgens wurde die Tages­zei­tung gele­sen. Abends Maga­zine und Fach­li­te­ra­tur. Wenn man sich verge­gen­wär­tigt, wie sehr Lesen, Schrei­ben und Neugierde über­all sicht­bar waren, und das mit heute vergleicht, dann fällt auf, dass die Aspekte Lesen, Schrei­ben und Neugierde aus dem sicht­ba­ren Bereich verschwun­den sind. Die Notwen­dig­keit ist geblie­ben, aber die Sicht­bar­keit ist nicht mehr gegeben.

Somit können Klein­kin­der die Notwen­dig­keit dieser Aspekte nicht mehr wahr­neh­men. Auf ein Display zu schauen ist für ein Klein­kind nicht Lesen, Schrei­ben oder Neugierde – sondern Unter­hal­tung. Das hat Folgen. Folgen, welche Lehrer und Dozen­ten beschrei­ben. Die eins­ti­gen Fähig­kei­ten haben sich stark verän­dert, sie sind zu Unfä­hig­kei­ten gewor­den. Warum beschrei­ben wir das? Weil es ein Hinweis ist, aktiv daran mitzu­wir­ken, dass Klein­kin­der diese wich­ti­gen Aspekte weiter­hin erlernen.

Diese als notwen­dig zu betrach­ten. Und es auch als erstre­bens­wert zu empfin­den, lesen und schrei­ben zu können und neugie­rig zu sein.

Es allein auf die Schule abzu­wäl­zen funk­tio­niert nicht. Wenn etwas so aus dem alltäg­li­chen Kontext verschwin­det, dann kann Schule das nicht kompensieren.

Da wir die Entwick­lung nicht verän­dern oder stop­pen können und keine Verbote ausspre­chen wollen, möch­ten wir sensi­bi­li­sie­ren, diese so wich­ti­gen Aspekte für ein erfüll­tes, freies, selbst­be­stimm­tes Leben den Klein­kin­dern zu ermög­li­chen. Wir denken, es ist wich­tig, sich in seiner Mutter­spra­che in jeder Form so gut wie möglich ausdrü­cken zu können. Es stärkt das Selbst­wert­ge­fühl, wenn man nicht befürch­ten muss, Fehler zu machen oder nicht verstan­den zu werden.

Leider ist das selbst­ver­ständ­li­che Erler­nen dieser Dinge aus unse­rem Lebens­um­feld verschwun­den. In der Vergan­gen­heit waren Lesen, Schrei­ben und Neugierde aktive, sicht­bare, tägli­che Beglei­ter. Somit konn­ten Klein­kin­der den hohen Stel­len­wert sehr gut und sehr schnell instink­tiv begrei­fen. Dieses peri­phere Lernen ist nun verschwun­den. Deshalb muss man es aktiv fördern. Wir halten in unse­rer Nanny Academy dazu an, dies zu tun. Und wir wünschen uns, dass die jungen Eltern, Mütter und Fami­lien das ebenso aktiv unterstützen.

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